1. Juli 2026

Von der Newcomerin zum Direktmandat: Was PolitikerInnen von Antje Rommelspachers Social Media Wahlkampf lernen können

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Als Antje Rommelspacher für den Landtag kandidierte, brachte sie vieles mit, was man für einen erfolgreichen Wahlkampf braucht. Sie engagierte sich seit Jahren kommunalpolitisch, war in ihrem Wahlkreis gut vernetzt und kannte die Themen, die die Menschen vor Ort bewegten. Gleichzeitig gab es einen Bereich, in dem sie sich selbst als Anfängerin sah: Social Media.

Instagram nutzte sie zwar regelmäßig, allerdings vor allem privat, wie auch die sonstigen Social Media Plattformen. Eigene Beiträge veröffentlichte sie nur selten und die Vorstellung, regelmäßig Videos aufzunehmen oder Einblicke in ihre politische Arbeit zu geben, fühlte sich zunächst ungewohnt an. Wer heute auf ihren erfolgreichen Wahlkampf blickt, könnte leicht annehmen, dass eine ausgefeilte Social Media Strategie für Politiker von Anfang an dazugehört hat. Im Gespräch mit uns wurde jedoch deutlich, dass ihr Weg deutlich näher an der Realität vieler KandidatInnen liegt.

Heute sitzt sie als direkt gewählte Landtagsabgeordnete für die CDU im Landtag von Baden-Württemberg. Bei der Wahl gewann sie das Direktmandat mit 38,4 Prozent der Stimmen.

Natürlich wäre es zu einfach, diesen Erfolg ausschließlich auf Social Media zurückzuführen. Politische Wahlen werden vor Ort entschieden. Gespräche auf Veranstaltungen, Termine in Vereinen, persönliche Begegnungen und die tägliche Arbeit im Wahlkreis bleiben zentrale Bestandteile eines erfolgreichen Wahlkampfs. Gleichzeitig zeigt Antjes Geschichte sehr eindrucksvoll, welche Rolle digitale Sichtbarkeit inzwischen spielt und warum immer mehr PolitikerInnen feststellen, dass Social Media ein fester Bestandteil moderner politischer Kommunikation geworden ist.

Warum Social Media Plattformen für PolitikerInnen immer wichtiger werden

Wer politische Kommunikation heute beobachtet, erkennt schnell, wie stark Social Media die öffentliche Debatte verändert hat. Während Parteien früher vor allem über klassische Medien sichtbar wurden, informieren sich heute viele Menschen direkt auf Plattformen wie Instagram, TikTok, Facebook oder X.

Spätestens rund um die Bundestagswahl wurde deutlich, welchen Einfluss diese Plattformen inzwischen auf politische Aufmerksamkeit haben. Beiträge erreichen innerhalb kurzer Zeit tausende Menschen, Kommentare entwickeln eigene Dynamiken und Videos erzielen Reichweiten, die früher nur über große Medienhäuser möglich gewesen wären.

Dabei geht es längst nicht nur um Likes oder Aufrufe. Social Media hat die Art verändert, wie PolitikerInnen mit BürgerInnen kommunizieren. Fragen können direkt beantwortet werden, politische Inhalte werden verständlicher erklärt und Menschen erhalten Einblicke in politische Arbeit, die früher kaum sichtbar waren.

Gerade für PolitikerInnen auf kommunaler Ebene eröffnet das neue Möglichkeiten. Während AkteurInnen im Bundestag oder die Spitzen von Parteien regelmäßig im Fokus der Medien stehen, müssen sich viele KandidatInnen in ihrer Kommune ihre Sichtbarkeit selbst aufbauen. Social Media kann dabei helfen, Menschen zu erreichen, die man über klassische Veranstaltungen oder Presseberichte nur schwer ansprechen würde.

Warum der frühe Start einen Unterschied macht

Eine Aussage aus dem Podcast ist besonders hängen geblieben.

Antje begann etwa ein Jahr vor der Wahl damit, sich intensiver mit Social Media zu beschäftigen und ihre Präsenz aufzubauen. Rückblickend betrachtet war das vermutlich einer der wichtigsten Faktoren ihres Erfolgs.

Viele KandidatInnen beschäftigen sich erst mit Instagram oder Facebook, wenn die heiße Wahlkampfphase bereits begonnen hat. Dann entsteht häufig der Wunsch, möglichst schnell Reichweite aufzubauen. Politische Kommunikation funktioniert jedoch ähnlich wie persönliche Netzwerkarbeit. Menschen müssen die Gelegenheit haben, eine Person kennenzulernen, ihre Themen einzuordnen und über einen längeren Zeitraum Vertrauen aufzubauen.

Gerade seit dem Verbot politischer Werbeanzeigen auf Meta Plattformen gewinnt dieser langfristige Aufbau zusätzlich an Bedeutung. Reichweite lässt sich nicht mehr kurzfristig einkaufen. Wer sichtbar werden möchte, profitiert davon, frühzeitig anzufangen und kontinuierlich präsent zu sein.

Antjes Beispiel zeigt, wie wertvoll dieser Vorlauf sein kann. Als der eigentliche Wahlkampf begann, hatte sie bereits erste Erfahrungen gesammelt, ihre Zielgruppe besser kennengelernt und ein Gefühl dafür entwickelt, welche Inhalte bei den Menschen im Wahlkreis besonders gut ankommen.

Die größte Herausforderung war nicht die Technik, sondern Beiträge

Wenn PolitikerInnen über Social Media sprechen, drehen sich viele Gespräche zunächst um Kameras, Apps oder neue Plattformen. Im Gespräch mit Antje wurde deutlich, dass die eigentliche Herausforderung an einer ganz anderen Stelle lag.

Wie bei vielen politischen AkteurInnen war die Kamera selbst die größte Hürde.

Sie erzählt offen, dass sie manche Videos mehrfach aufgenommen hat, bevor sie mit dem Ergebnis zufrieden war. Formulierungen wurden verändert, einzelne Aussagen wiederholt und die Sorge, Fehler zu machen, begleitete sie gerade am Anfang.

Diese Erfahrung begegnet uns in der Politik Akademie regelmäßig. Viele Menschen wünschen sich zunächst mehr Sicherheit, bevor sie sichtbar werden. In der Praxis entwickelt sich diese Sicherheit meist erst mit der Zeit. Wer regelmäßig Beiträge veröffentlicht, gewinnt Routine, wird entspannter vor der Kamera und entwickelt nach und nach einen eigenen Stil. Gerade mit KI sind hier auch neue Möglichkeiten geschaffen.

Antje beschreibt diesen Prozess sehr ehrlich. Mit jedem Video wurde es ein Stück normaler. Die Aufmerksamkeit richtete sich zunehmend auf die Inhalte und weniger auf die Frage, ob jede Formulierung, jeder Ausdruck perfekt gelungen war.

Politische Inhalte sind oft näher, als man denkt

Eine weitere Erkenntnis aus ihrem Wahlkampf dürfte viele PolitikerInnen beruhigen.

Antje musste nicht ständig nach neuen Ideen suchen. Die meisten Inhalte entstanden direkt aus ihrem politischen Alltag und geben so die Richtung vor.

Wer politisch aktiv ist, führt Gespräche mit BürgerInnen, besucht Veranstaltungen, engagiert sich in Vereinen, nimmt an Sitzungen teil und arbeitet an konkreten Lösungen für die Herausforderungen vor Ort. Viele dieser Situationen bieten spannende Einblicke für Menschen, die politische Arbeit besser verstehen möchten.

Während ihres Wahlkampfs entwickelte Antje zunehmend den Blick dafür, welche dieser Momente sich auch für Social Media eignen. Besonders ihre Wochenübersichten wurden regelmäßig wahrgenommen. Sie zeigten, wo sie unterwegs war, welche Themen sie beschäftigten und woran sie gerade arbeitete.

Gerade solche Formate funktionieren oft überraschend gut, weil sie einen authentischen Einblick hinter die Kulissen geben. Sie machen politische Arbeit greifbarer und helfen dabei, Nähe aufzubauen.

Reichweite entsteht durch Beziehungen

Antjes Geschichte zeigt gleichzeitig, dass Reichweite allein kein Erfolgsfaktor ist.

Natürlich freuen sich PolitikerInnen über Likes, Kommentare oder hohe Aufrufzahlen. Wirklich interessant wird Social Media jedoch dann, wenn daraus Gespräche entstehen.

Wer regelmäßig Fragen beantwortet, auf Kommentare reagiert und mit seiner Community in den Austausch geht, baut mit der Zeit ein digitales Netzwerk auf, weit weg von den klassischen E-Mails. Viele politische Beziehungen beginnen heute online und werden später bei Veranstaltungen oder persönlichen Begegnungen vertieft.

Gerade in Zeiten von Desinformation wächst die Bedeutung dieser direkten Kommunikation. Gerade die AfD ist stark auf den Plattformen und man sollte den Rändern nicht die Deutungshoheit auf Social Media überlassen. Menschen möchten politische Entscheidungen verstehen, Hintergründe einordnen und Antworten auf ihre Fragen erhalten. Social Media schafft dafür einen direkten Kanal zwischen PolitikerInnen und BürgerInnen.

Social Media ist Teil moderner Demokratie im Netz

Ein weiterer Gedanke, der sich durch das Gespräch zog, betrifft die Verantwortung politischer Kommunikation.

Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook prägen das Angebot der politischen Meinungsbildung heute in Deutschland. Dort werden Themen diskutiert, Positionen sichtbar gemacht und gesellschaftliche Debatten geführt. Gleichzeitig entstehen dort Herausforderungen durch Desinformation, verkürzte Darstellungen oder die hohe Geschwindigkeit öffentlicher Diskussionen.

Gerade deshalb ist es wichtig, dass demokratische Parteien, Fraktionen, Abgeordnete und KandidatInnen diese Räume aktiv mitgestalten und auch zusammenarbeiten. Wer politische Kommunikation ausschließlich anderen überlässt, verzichtet auf die Möglichkeit, eigene Inhalte sichtbar zu machen und Orientierung zu geben.

Für viele PolitikerInnen gehört Social Media deshalb längst nicht mehr nur zum Wahlkampf. Es ist Teil ihrer täglichen Kommunikationsarbeit auf den Portalen geworden.

Was andere PolitikerInnen aus Antjes Wahlkampf mitnehmen können

Gerade weil Antjes Geschichte so nachvollziehbar ist, bietet sie vielen politischen AkteurInnen wertvolle Orientierung zum Folgen. Sie beschreibt keinen außergewöhnlichen Sonderfall, sondern einen Weg, den viele KandidatInnen in ähnlicher Form erleben. Am Anfang standen Fragen, Unsicherheiten und die Herausforderung, Social Media in einen ohnehin vollen Alltag zu integrieren. Mit der Zeit entstanden Routine, Erfahrungen und ein klareres Verständnis dafür, welche Form der Kommunikation zu ihr passt.

Ihr Wahlkampf zeigt, dass politische Sichtbarkeit nicht davon abhängt, ob jemand bereits jahrelange Erfahrung mit Instagram, TikTok, X/Twitter oder anderen Plattformen mitbringt. Entscheidend ist vielmehr die Bereitschaft, anzufangen, Erfahrungen zu sammeln und die eigene Kommunikation Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

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Wenn du darüber hinaus Unterstützung bei der Umsetzung suchst, findest du in unserer Politik Akademie einen strukturierten Rahmen, regelmäßige Begleitung und den Austausch mit anderen PolitikerInnen, BürgermeisterInnen, KandidatInnen und politischen Teams, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Viele TeilnehmerInnen starten mit Fragen und Angst, die Antje zu Beginn ihres Wahlkampfs ebenfalls beschäftigt haben. Gemeinsam entwickeln wir daraus eine Strategie, die zu deiner Persönlichkeit, deiner Kommune und deinen politischen Zielen passt.

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